• Das Gelände des IfG Leipzig

    Das Gelände des IfG Leipzig

  • Das gesteinsmechanische Labor des IfG Leipzig

    Das gesteinsmechanische Labor des IfG Leipzig

  • Bohrkerne des Leine-Steinsalzes (Na3)

    Bohrkerne des Leine-Steinsalzes (Na3)

  • Kuppenstrossbau - Dimensionierung

    Kuppenstrossbau - Dimensionierung

  • Versuchsort Großbohrloch Springen

    Versuchsort Großbohrloch Springen

  • Modellierung von Kavernen

    Modellierung von Kavernen

  • Senkungsprognose über einem Kavernenfeld (Modellierung)

    Senkungsprognose über einem Kavernenfeld (Modellierung)

Geschichte

Das Institut für Gebirgsmechanik GmbH (IfG) ist aus der Forschungsabteilung Salzmechanik des von 1961 bis 1990 existierenden Institutes für Bergbausicherheit Leipzig (IfB) bei der Obersten Bergbehörde der DDR hervorgegangen. Es wurde nach der Wiedervereinigung Deutschlands am 21.12.1990 durch ehemalige Mitarbeiter des IfB unter Beteiligung der Verbundnetz Gas AG, der UGS Mittenwalde, der Professoren Fecker, Reik und Fröhlich sowie der KIB Plan Erfurt gegründet.

Zielstellung war

  • die Gewährleistung einer dringend erforderlichen Weiterführung gebirgsmechanischer Untersuchungen für Dimensionierungen im Kali- und Steinsalzbergbau, zur Verwahrung stillgelegter Bergwerke, zur Einrichtung von Untertagedeponien und zur Untergrundspeicherung von Gas in Salzkavernen.

Voraussetzung dafür war der Erhalt

  • des Kenntnispotentials und der Personalkapazität, insbesondere der der ehemaligen Abteilung Salzmechanik
  • sowie der Arbeitsfähigkeit des gesteinsmechanischen Labors.

Als Geschäftsführer des IfG wurden Herr Dr.-Ing. Wolfgang Menzel, der das IfG bis zu seinem altersbedingten Ausscheiden in 2002 leitete, und Herr Dipl.-Phys. Wolfgang Schreiner bestellt. Das IfG startete 1991 mit 12 Mitarbeitern.

Bereits 1991 wurde mit der Entscheidung für ein diskontinuumsmechanisches Rechenprogramm (UDEC der Fa. ITASCA) und der Anschaffung von PC's mit mathematische Kooprozessoren der Grundstein für die Entwicklung einer leistungsfähigen gebirgsmechanischen Rechentechnik gelegt. Darüber hinaus wurde die Laborausstattung mit Prüfmaschinen, u.a. mit Einführung der digitalen Steuerungstechnik, beheizbaren Druckzellen für große Proben, konsequent den steigenden Anforderungen angepasst.

In den ersten 5 Jahren erarbeitete sich das IfG Kompetenz und Akzeptanz auf dem Gebiet der Gebirgsmechanik und Geotechnik, speziell des Salzbergbaus, der Untertagedeponierung und der Untergrundspeicherung von Gas in Deutschland.

Im zweiten Jahrfünft des Bestehens konnte sich das Institut weiter konsolidieren. Dazu trug eine wesentliche Veränderung der Gesellschaftsstruktur bei, denn VNG, UGS sowie die Herren Prof. Fecker, Prof. Fröhlich und Prof. Reik traten ihre Gesellschaftsanteile ab. Danach erhöhte sich der durch aktive oder ehemalige Mitarbeiter gehaltene Stammkapitalanteil auf 76 %. Externer Mitgesellschafter ist ERCOSPLAN (ERCOSPLAN Ingenieurgesellschaft - Geotechnik und Bergbau mbH), mit der eine intensive Kooperation gepflegt wird.

Ein Teil des Grundstückes des ehemaligen Schachtes Dölitz und die zugehörigen Gebäude, in denen das IfG arbeitet, wurden vom Freistaat Sachsen käuflich erworben und den Arbeitsbedürfnissen angepasst. Parallel zu Umbau- und Renovierungsarbeiten lief die ständige Verbesserung der technischen Ausstattung.

In 1998 wurde das IfG entsprechend ISO 9001 : 2000 zertifiziert.

Im Jahre 2002 übernahm Herr Dr.-Ing. habil. Wolfgang Minkley, welcher sich an der TU Bergakademie Freiberg an der Fakultät für Geowissenschaften, Geotechnik und Bergbau habilitiert hat, die Leitung des Institutes.

2003 wurde ein neues felsmechanisches Großschergerät der Fa. MTS beschafft, welches die experimentellen Möglichkeiten wesentlich erweitert hat. Zwischenzeitlich sind alle servo-hydraulischen Prüfsysteme mit digitalen Mess- und Regeleinrichtungen der Fa. MTS ausgestattet.

Es werden Projekte aus den Industriesektoren Bergbau, Energie, Deponie und Bauwesen sowie öffentlichen Auftragnehmern bearbeitet.

Insgesamt kann das IfG auf mehr als fünf Jahrzehnte kontinuierlicher Anwendungsforschung auf dem Gebiet der Gebirgsmechanik zurückgreifen. Bei der Weiterentwicklung der Salzmechanik hat das IfG in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten wesentliche neuartige Beiträge auf folgenden Gebieten geleistet:

  • transientes inverses Kriechen und Relaxation
  • gebirgsmechanische Beschreibung von zeitabhängiger Entfestigung und post-failure Verhalten
  • dynamische Systemstabilität und Gebirgsschlagmechanismus
  • Beanspruchbarkeit und Integrität geologischer Barrieren
  • diskontinuumsmechanische Beschreibung des Salinars (numerisch und experimentell)
  • fluiddruck-getriebene Perkolation in polykristallinen Salzgesteinen (richtungsabhängiges Minimalspannungskriterium)